Elastische Bodenbeläge in Schulen – Hohe Anforderungen an Bodenbelag und Verlegung

Gerade in Schulen werden an Bodenbeläge/Nutzbeläge besondere Anforderungen gestellt.

Hinsichtlich der Auswahl des Bodenbelages (Farbe, Design) und der Gestaltung der Fußbodenflächen stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Schüler und Lehrer haben. Hinzu kommt, dass an Bodenbeläge in Schulen hohe Anforderungen an die Verschleißfestigkeit und den Gebrauchsnutzen gestellt werden. Und „last but not least“ ist auch die Reinigungsfähigkeit/der Reinigungsaufwand und somit die Wertschöpfung/Werterhaltung der Bodenbelagebenen in Schulen von besonderer Bedeutung.

Anforderungen an die Verschleißfestigkeit und den Gebrauchsnutzen von Bodenbelägen

Gerade dem Verschleißverhalten und dem Gebrauchsnutzen von Bodenbelägen kommt in Schulen eine besondere Bedeutung zu. Um den richtigen und geeigneten Bodenbelag für den Einsatz in Schulen zu planen, empfiehlt sich ein Blick in die DIN EN 685 „Elastische Bodenbeläge – Klassifizierung“. Zum einen sind in der Tabelle 1 der EN 685 die unterschiedlichen Klassifizierungen aufgeführt, siehe hierzu Grafik 1.

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Grafik 1

Für Schulen kommen diesbezüglich nur die Klassen für den gewerblichen Bereich in Frage, wobei hier die Klassen 33 und 34 im Focus stehen.Im Anhang A der DIN EN 685 sind dann in der Tabelle A 1 für die unterschiedlichen Klassen entsprechende Beispiele für die Verwendungsbereiche genannt, siehe hierzu Grafik 2.

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Grafik 2

Unschwer ist zu erkennen, dass Schulen der Klassen 33 „Gewerblich stark“, also Bereiche mit starkem Verkehr zugeordnet sind. In der Praxis darf sich jedoch grundsätzlich die Frage gestellt werden, ob nicht Bodenbeläge der Klasse 34 „Gewerblich sehr stark“ für Bereiche mit intensiver Nutzung die bessere Wahl sind.

Im Anhang E der DIN EN 685 wird hierzu Folgendes ergänzt:

„Die Ausschreiber sollten entscheiden, ob eine höhere oder eine niedrigere Klasse von Bodenbelägen als die Empfohlene zufrieden stellend sei. Unabhängig von der Klassifizierung in Bezug auf die Nutzungsintensität sollten andere Eigenschaften in Betracht gezogen werden und in den Produktionsspezifikationen der Hersteller beschrieben sein.“ Es ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass sich die Klassifizierung von Bodenbelägen insbesondere auf das Verschleißverhalten beziehen. Für die richtige Auswahl eines Bodenbelages ist jedoch das Verschleißverhalten allein keinesfalls ausreichend. Insbesondere die Art der Nutzung (z. B. Kippeln von Stühlen etc.) und der Reinigungs- und Pflegeaufwand bzw. die Reinigungsfähigkeit stellen einen mindestens genauso wichtigen Aspekt dar.

Schadensfälle aus der Praxis

Folgerichtig sind Beeinträchtigungen von elastischen Bodenbelägen in Schulen häufig nicht oder nicht allein auf das Verschleißverhalten des Bodenbelages zurückzuführen. Neben hohen Anforderungen an die handwerkliche Verlegung sind hier auch die besonderen Aspekte hinsichtlich der Nutzung und Beanspruchung des Bodenbelages zu berücksichtigen. Häufig sind in Schulen unterschiedliche Sitzmöbel vorhanden. Hierbei entsprechen die Ausbildung der Stuhlbeine und insbesondere die Auswahl der Gleiter häufig nicht den Anforderungen des Bodenbelages, siehe hierzu Bild 1.

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Bild 1

Die Folge sind dann häufig „kerbenartige“ Druckstellen/Beschädigungen des Bodenbelages, wie auf Bild 2 dargestellt.

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Bild 2

Weitergehend sind die unterschiedlichen Eigenschaften der elastischen Bodenbeläge zu berücksichtigen. Gerade und insbesondere bei Linoleumbodenbelägen sind diese Beschädigungen häufig mit horizontalen Materialabplatzungen verbunden, wie Bild 3 zeigt.

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Bild 3

In der Sachverständigenpraxis sind diese Beschädigungen hinsichtlich Form und Lage in aller Regel den verursachenden Stühlen/Sitzmöbeln zu zuordnen. Um den richtigen Bodenbelag auszuwählen, ist es also in aller Regel auch wichtig, die materialspezifischen Eigenschaften der einzelnen Beläge zu kennen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass jeder – auch elastischer – Bodenbelag spezielle technische Eigenschaften und hieraus resultierend Vor- und Nachteile aufweisen kann. Wird z. B. bei PVC-Bodenbelägen häufig über das Maßänderungsverhalten diskutiert, so ist es bei Linoleumbodenbelägen dann eher die „Bruchneigung“ bei mechanischer Belastung. So spielt bei der Belastung von elastischen Bodenbelägen durch Bestuhlungen in Schulen in aller Regel auch die Biegsamkeit des Bodenbelagmaterials eine entscheidende Rolle, vergleiche hierzu Bilder 4 und 5.

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Bild 4

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Bild 5

Durch geeignete Bestuhlungen kann dem von vornherein entgegen gewirkt werden.

Farbe/Design spielen eine entscheidende Rolle

In diesem Zusammenhang spielen selbstverständlich auch die ausgewählte Farbe/das ausgewählte Design eine entscheidende Rolle. Insbesondere in Schulen und Kindergärten sind der hohe Schmutzeintrag und die hieraus resultierende mechanische Belastung auf der Oberfläche des Bodenbelages von besonderer Bedeutung. So kann z. B. bei Reinigungsmittelherstellern häufig eine für diese Bereiche spezielle Reinigungs- und Pflegeanleitung zur Verfügung gestellt werden. Gerade im Erdgeschoss und im Eingangsbereich von Schulen verbieten sich optisch schmutzempfindliche Bodenbeläge. Leider sieht die Praxis häufig anders aus.

Häufig werden gerade in diesen Flächenbereichen helle/gelbe Bodenbeläge oder vergleichbare Farbtöne eingesetzt, welche dann zwangsläufig „schneller anschmutzen“. Den Schmutz verbergende Farben und Designs sind hier in jedem Fall empfehlenswert, vergleiche beispielhaft Bild 6.

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Bild 6

Handwerkliche Ausführung von besonderer Bedeutung

Um all diesen Beanspruchungen und Anforderungen gerecht zu werden, kommt auch der handwerklichen Verlegung des Bodenbelages in Schulen eine besondere Bedeutung zu. Zu nennen sind hier selbstverständlich auch allgemeine Dinge, wie Ebenheit, Anschnitte etc. Gerade in stark frequentierten Bereichen können auch Unebenheiten, Schmutzeinschlüsse/Fremdeinschlüsse, unrichtige Höhenlagen und ungenaue Anschnitte zu erheblichen Beeinträchtigungen und einen frühzeitigen Verschleiß führen. Genannt sei hier als Beispiel das Thema „Bewegungsfugen“. In der Praxis ist es leider selten so, dass eine Bewegungsfuge bereits sach- und fachgerecht, z. B. unter Verwendung eines Bewegungsfugenprofils, im Estrich angelegt wird. Vielmehr zeigt die Praxis eher, dass es häufig Aufgabe des Auftragnehmers Bodenbelagarbeiten ist, Bewegungsfugen durch Profile auszubilden und in den elastischen Bodenbelag zu übernehmen, vergleiche hierzu Bild 7.

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Bild 7

Unsauber und nicht höhengleich ausgeführte Bewegungsfugen können jedoch ebenfalls unter Berücksichtigung der starken Frequentierung und der Beanspruchung durch Stuhlbeine zu einem frühzeitigen Verschleiß des Bodenbelages führen, siehe hierzu beispielhaft die Bilder 8 und 9.

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Bild 8

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Bild 9

Die Folge sind dann häufig überstehende Belagkanten oder Belagablösungen im Bereich des Profils vom Untergrund, durch welche dann Folgeschäden vorprogrammiert sind, wie die Bilder 10 und 11 zeigen.

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Bild 10

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Bild 11

Durch den enormen Schmutzeintrag und die hohe Frequentierung sind in Schulen in aller Regel auch entsprechend hohe Reinigungs- und Pflegeaufwände erforderlich. In Klassenräumen/Klassenzimmern ist ein „nasses“ Wischen der Bodenbelagebenen Pflicht. Umso wichtiger ist es, feuchtigkeitsempfindliche Bauteile (z. B. offene Kanten von Linoleumbodenbelagbahnen, Holzsockelleisten etc.) entsprechend vor dem Wasser aus der Reinigung und Pflege zu schützen. So kann z. B. durch ungeschützte Fugenöffnungen zwischen Oberfläche Bodenbelag und Unterkante Sockelleiste im Rahmen der nassen Reinigung dauerhaft und regelmäßig Wasser entweichen und an dem Bodenbelag, der Sockelleiste oder der Untergrundkonstruktion zu Schäden führen, vergleiche hierzu auch die Bilder 12 und 13.

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Bild 12

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Bild 13

Labile Untergründe und ungenügende/unzureichende Untergrundvorbehandlungsmaßnahmen können ebenfalls aufgrund der starken Frequentierung zu erheblichen Fußbodenschäden führen, wie die Fotos 14 und 15 verdeutlichen.


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Bild 14

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Bild 15

Nahtkanten und Fugenverschlüsse

Eine besondere Bedeutung kommt hierbei der Ausführung der Nahtkanten/Stoßkan-ten und der nachfolgenden Verschweißung bzw. Verfugung der Nahtkanten zu. Bei der Ausführung der Naht-/Stoßkanten und insbesondere dem Nahtschnitt ist zu berücksichtigen, dass zum einen ausreichend dichte Nähte geschnitten werden, zum anderen jedoch Stoßkantenerhöhungen (so genannte Stippnähte) in jedem Fall vermieden werden, siehe hierzu Bilder 16 und 17.

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Bild 16


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Bild 17

Auch diese so genannten „Stippnähte“ würden – insbesondere im Bereich von Bestuhlungen – in jedem Fall zu Folgeschäden führen. Weitergehend sind fachlich korrekt ausgeführte Nahtkanten/Nahtschnitte eine Grundvoraussetzung für eine sach-/fachgerechte und dauerhafte thermische Verschweißung bzw. Verfugung. Die Bilder 18 bis 20 zeigen Beispiele für Beeinträchtigungen im Rahmen der thermischen Verschweißung/Verfugung und hieraus resultierende Probleme hinsichtlich der Reinigung und Pflege.

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Bild 18

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Bild 19

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Bild 20

Werterhaltung

Eine weiterhin ebenfalls große Bedeutung kommt dann der Werterhaltung der Bodenbelagebene zu. Wie bereits zuvor mehrfach erwähnt, ist in Schulen mit einem erhöhten Schmutzeintrag zu rechnen. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass gerade Eingangsbereiche und Erdgeschossflächen erhebliche Kontaktschmutzanhaftungen aufweisen und zu einem enormen Reinigungsaufwand führen. Weitergehend sorgen Verunreinigungen unter den Schuhsohlen (z. B. vom Schulhof herein getragene Steinchen etc.) für eine überproportional mechanische Beanspruchung der elastischen Bodenbelagebenen. Wie bereits beschrieben ist hierbei zum einen bereits die Farbgebung bzw. das Design von Bodenbelägen von besonderer Bedeutung. Bild 21 zeigt, das Anschmutzverhalten eines thermisch verfugten Linoleumbodenbelages im Nahtkantenbereich.

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Bild 21

Allein durch die helle/empfindliche Farbstellung wird das Anschmutzen des Bodenbelages optisch verstärkt. Unsauber ausgeführte thermische Nahtkantenabdichtungen führen dann folgerichtig zu zusätzliche Problemen und Beeinträchtigungen, wie Bild 22 zeigt.

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Bild 22

Insbesondere bei öffentlichen Auftraggebern darf natürlich auch nicht vergessen werden, dass „Geld knapp“ ist. So wird den Reinigungs- und Pflegemaßnahmen und der Werterhaltung von/an elastischen Bodenbelägen nicht immer die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet.

Reinigen heißt Schmutz entfernen!

In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass Reinigungsmaßnahmen in einem ungenügenden Maße und mit einem ungenügenden Aufwand ausgeführt werden. Gerade Kontaktschmutzanhaftungen wirken auf der Oberfläche des Bodenbelages häufig wie „Schmirgelpapier“ und führen zu erheblichen Beeinträchtigungen der
Oberfläche der Bodenbeläge, vergleiche hierzu die Bilder 23 und 24.

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Bild 23


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Bild 24

Fazit

Gerade in Schulen, Kindergärten und vergleichbaren Einrichtungen kommt der Auswahl des Bodenbelages/Nutzbelages eine besondere Bedeutung zu. Gemäß DIN EN 685 „Elastische Bodenbeläge – Klassifizierung“ würde in Schulen ein Bodenbelag der Klasse 33 ausreichen. Die Praxis zeigt jedoch, dass aufgrund der hohen Frequentierung und des enormen Schmutzeintrages Bodenbeläge der Klasse 34 und somit der höchsten gewerblichen Beanspruchung zu empfehlen sind. Ergänzend sind weitere technische Eigenschaften des Bodenbelages von Bedeutung.

In Schulen und Kindergärten immer wieder auftretende Probleme sind insbesondere das Kippeln der Schüler mit den Stühlen und der hieraus resultierenden überproportionalen Beanspruchung des Bodenbelages durch unterschiedliche Gleiter und weitergehend der enorme Schmutzeintrag auf die Flächenbereiche aus dem Außenbereich (Schulhöfe). Insofern kommt zum einen der Auswahl des elastischen Bodenbelages eine besondere Bedeutung zu. Hierbei muss jedoch sachverständigenseits ausgesagt werden, dass sich eigentlich PVC-Bodenbeläge, Linoleumbodenbeläge und Gummibodenbeläge in gleicher Art und Weise bewährt haben.

Bei der Auswahl des Bodenbelages sind die speziellen und unterschiedlichen technischen Eigenschaften der Bodenbeläge zu vergleichen und unter Berücksichtigung der Anforderungen vor Ort ist dann die geeignete Auswahl zu treffen. Weitergehend kommt jedoch auch dem Reinigungs- und Pflegeaufwand vor Ort eine enorme Bedeutung zu. Bereits über Auswahl von Farbe/Design kann hier Einfluss genommen werden. Weitergehend ist eine regelmäßige und den Gegebenheiten vor Ort angepasste Reinigung und Pflege in jedem Fall als ausschlaggebend für die Lebensdauer des Bodenbelages zu nennen. Gerade in Schulen können auch zusätzliche Beschichtungsmaßnahmen an elastischen Bodenbelägen (so genannte Langzeitsiegel) über die gesamte Nutzungsdauer gesehen von Vorteil und wirtschaftlichem Nutzen sein.

„Last but not least“ kommt jedoch auch der handwerklichen Verlegung/Ausführung eine besondere Bedeutung zu, wie die aufgeführten Beispiele zeigen.

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